Ein Matrix-Plagiat, das Spaß macht…

Januar 5th, 2009

Man möge es mir aufgrund meiner Erkältung und des temporären benebelten Zustandes meiner Gedankenführung verzeihen, aber ich möchte hiermit eine Lanze für das von Kritikern oft negativ in die Zange genommenen Machwerks Wanted mit Angelina Jolie brechen.  Es mag sein, dass der Ansatz und das Ende der Story zum einen nicht besonders kreativ (Anfang), zum anderen nicht besonders glaubwürdig (Schluss) ist, aber das was sich dazwischen abspielt …

…das ist für mich Action-Unterhaltung im 21. Jahrhundert. Man kann gerne sagen, dass vieles dreist von Matrix geklaut wurde, von der “Auserwählten”-Thematik, über die Fähigkeiten der Charaktere, bis zur häufigen Verwendung von Slow-Mo-Effekten. Aber dennoch sieht man sich als Action-verwöhnter Cineast mit allerhand neuer und frischer Inszenierungs-Ideen konfrontiert. Wanted strotzt nur so vor Coolness.  Und kombiniert das Ganze dann auch noch mit einer Geschichte, die in der Mitte trotz eindimensionalem Ansatz irgendwie doch ihren Reiz hat.

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Privatfernsehen feiert Geburtstag: Nur RTL zu Gast.

Januar 3rd, 2009

Perfekter könnte eine in eine riesige PR-Aktion gewickelte Geburtstagsfeier eigentlich gar nicht laufen. RTL lässt es auf und neben dem Sender ordentlich krachen. Es ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit, dass auch nur ein Bundesbürger nicht mitbekommen hat: Das Privatfernsehen wird 25.! Moment, das Privatfernsehen? Ja, auch Sat.1. Doch da herrscht eisernes Schweigen. Sicher, die Sendergruppe P7S1 ist gebeutelt, klar, vor allem den Bällchen-Sender hat’s letztes Jahr quotentechnisch und arbeitsrechtlich (Standort Berlin wird aufgegeben, an die 250 Stellen aufgelöst) ordentlich getroffen. Doch wenn es schon einen Anlass gibt, einen PR-Elfmeter der nur noch getreten werden muss – warum nutzt man ihn nicht um ein bisschen frischen Wind in das eigene Auftreten zu bekommen?

rtl2RTL prescht nicht nur mit dem Geburtstag nach vorne, auch im Programm feiert man im Januar das Wieder-Anlaufen der Erfolgsformate DSDS und Ich bin ein Star, holt mich hier raus!. Von solchen langjährigen Quotenhits kann Sat.1 im übrigen nur träumen. Dort ärgerte man sich 2008 über das Soap-Desaster Anna und die Liebe und einen miesen Comedy-Freitag, der selbst mit Qualität (neue ladykracher-Folgen) nicht mehr zu retten ist/war. Zwar konnte in der Weihnachtszeit mit guter Spielfilmplatzierung und erfolgreichen Eigenproduktionen (Zwei Weihnachtsmänner mit Pastewka und Herbst) gepunktet werden, doch was wirklich fehlt ist Kontinuität. Diese will man 2009 mit komplett neuer Führungsriege erreichen.

Achja, einen Sidekick aus der P7S1-Gruppe an RTL gab es dann doch. Andreas Bartl zwischen Schlagkräftigkeit und Eigentor:

“Vielen Dank, dass Ihr uns mit Euren Rücklichtern immer so sicher durchs TV-Geschäft geleitet habt.”

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Wall-E schon jetzt nach Hause holen…

Januar 3rd, 2009

Ein Paradebeispiel für den langsamen deutschen Film- und DVD-Markt ist der Releasetermin des Animationshits Wall-E für den heimischen Fernseher. Hierzulande ist es erst ab dem 5. Februar 2009 möglich den äußerst erfolgreichen und anfangs ein bisschen an Laurel & Hardy-Filme erinnernde (30 Minuten feinste Unterhaltung – ohne einen einzigen Dialog!)  Blockbuster zu erstehen, in Großbritannien gibt’s ihn schon seit 24. November 2008. Ãœber Amazon.co.uk (klick) kann man ihn ganz einfach mit einem bestehenden deutschen Account bestellen, Kreditkarte vorausgesetzt. Dank äußerst gutem Euro-Pfund-Kurs ist sogar ein niedrigerer Preis (etwa 20 Euro für DVD, Blu-Ray 23 Euro) als der in Deutschland  drin.

Kleiner Wermutstropfen: Es gibt keine deutsche Tonspur. Schulenglisch im Anfängerstadium dürfte bei diesem Film aber jegliche Verständnisprobleme relativieren.

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Madagascar 2: Disney vorne – Leere hinten.

Dezember 2nd, 2008

Weihnachtszeit, Familienzeit. Klar. Neben unzähligen Festmahlen, kalorien- und zuckergeprägten Plätzchen-Orgien und geschenkebegieriger Konsumhatz findet sich sicher einmal die Gelegenheit einer trauten Gemeinsamkeit im Kino. Die Industrie weiß das, klar, deswegen gibt’s pünktlich zur “besinnlichen” (man möge bitte die Anführungszeichen als Hinterfragung des Wortes sehen) Zeit kindergerechte und auch für Erwachsene vermeintlich unterhaltsame Unterhaltungsangebote. Bedtime Storys mit “Three-films-per-year”-Adam Sandler, 1/2 Ritter von und mit Til Schweiger (wobei hier Kindertauglichkeit wie bei Keinohrhasen ein Thema für sich ist) und Madagascar 2 sind die großen DREI, die die Kasse klingeln lassen sollen/werden.

madagascar2-trailer

Aufgrund des durchaus unterhaltsamen und beliebten Vorgängers, sowie den anderen Dreamworks-Produktionen wie Shrek, sind die Erwartunen vor allem an den neuen Animationsfilm hoch – und sie werden anfangs auch nicht enttäuscht. Der Film beginnt gleich in Afrika und lässt den Zuschauer erstmal rätseln: Was sehe ich hier? Erst nach fünf Minuten wird klar: Wir sind gar nicht nach, sondern weit vor Madagascar 1! Auch die nächsten Minuten wissen zu unterhalten, denn alle innovativen Charaktere, von dem infantilen King Julien über die Running-Gag Pinguine, das knuffige Etwas mit den Riesenaugen bis hin zur rustikalen Oma, haben ihren Auftritt. Doch nach weiteren 20 Minuten wird klar: Es bleibt nicht einfach bei einem Sidekick auf den ersten Teil, die Madagascar 1-Nebencharaktere sollen über den Film tragen. Es wird von Minute zu Minute immer klarer, wie die Produzenten an die Fortsetzung herangegangen sind: Was hat den Zuschauern in Madagascar 1 am Besten gefallen? Das bekommen sie im zweiten Teil über 90 Minuten geboten. So verlieren die Pinguine nach 30 Minuten an Witz, König Julien nach 60,  die alle Tiere verprügelnde Oma von Anfang an und auch das glubschaugige Fellknäuel sucht von Beginn an nach der eigenen Daseinsberechtigung. Dieses Gefühl des “Alles-schon-gesehen-Habens” liegt aber nicht zuletzt an der schwachen Geschichte. Erinnert die Inszenierung und die Zusammenkunft von Vater und Sohn anfangs noch an Disney, ist der Schluss profillos, wenn nicht nichtssagend. Klar, der erhobene Zeigefinger findet sich auch hier wieder. Drauf steht: “Glaube an deine eigenen Talente, verbieg dich nicht wegen der Gesellschaft, du wirst mit deinem eigenen Können Erfolg haben.” Oder so ähnlich. Nicht sonderlich einfallsreich, nicht besonders neu und schon gar nicht zum Nachdenken anregend – zumal die Auflösung nicht glaubwürdig genug erscheint. Und das will bei einem Animationsfilm was heißen!

Man möge sich diesen Film mit niedrigen Erwartungen anschauen – seichte Unterhaltung mit hie und da einem Lächeln ist drin. Animationsfans, deren Messlatte mit Findet Nemo, Shrek oder Die Unglaublichen schon etwas höher liegt, werden enttäuscht.

Wertung: 6/10

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